Menschlicher Schädel

Der Gott des Todes und die vier Törichten – Das hässliche Angebot

Es war einmal in einer weit entfernten Zeit. Man hatte es geschafft, alle Krankheiten zu heilen. Ebenfalls musste niemand mehr aufgrund des Alters sterben. Es begab sich nun, dass sich vier Törichte trafen und über die alten Götter diskutierten.
„Ja, dem kann ich nur beipflichten. Den Gott des Todes haben wir endlich besiegt“, sagte einer.
„Ja welch ein überflüssiger Tropf“, sagte ein anderer.
„Genau, der soll nur kommen, als könnte der uns was.“
Mit diesen Worten ausgesprochen, erschien Katox vor ihnen – der Gott des Todes und der Krankheit. Keiner wich vor ihm zurück. Der erste Törichte maß sich an: „Verschwinde Armseliger. Hier hast du nichts mehr zu suchen.“
„Ist das so?“, lachte Katox. Und mit einem Fingerschnippen schied der erste Törichte dahin. „Mögest du für tausend Jahre auf Erden wandeln, Ungläubiger.“
Die restlichen drei, nun sichtlich eingeschüchtert, baten ihn um Verzeihung.
„Nun, ich bin heute in guter Stimmung. Entweder hole ich euch gleich oder ihr nehmt mein spezielles Angebot an. Fairerweise werde ich es euch näher erläutern. Ich verspreche euch, ich werde euch nicht persönlich holen. Solltet ihr jedoch aus einem anderen Grund dahinscheiden, müsst ihr danach so viel Jahre auf Erden wandeln, wie ihr lebend hier verbracht habt, bevor ihr ins Reich der Toten einkehren dürft.“
Ohne zu zögern, nahmen alle drei das Angebot an.
„Dann auf ein baldiges Wiedersehen, denn dies kann ich euch versichern“, sagte Katox und verschwand.
„Was kann uns jetzt noch geschehen? Das war eine gute Wahl, meine Freunde. Wir können nicht durch Krankheit oder Alter sterben und jetzt kann uns selbst Katox nicht mehr mit seinem Finger töten“, meinte der zweite Törichte. Die anderen pflichteten ihm bei.
„Trotzdem sollten wir Vorsicht walten lassen. Jene die Katox unterschätzen, verlieren schließlich immer“, gab der dritte Törichte zum Besten. Daraufhin trennten sie sich und gingen wieder ihrem gewöhnlichen Alltag nach.

Eines Tages war der zweite Törichte gerade mit seinem fliegenden Vehikel unterwegs. Da erschien plötzlich Katox vor ihm. Der Törichte erschrak fürchterlich, wodurch er die Kontrolle über sein Flugvehikel verlor. Mit einem heftigen Knall stürzte er gegen einen Berg und schied augenblicklich dahin.
Kurz darauf erschien Katox dem dritten Törichten auf dem Markt. Dieser wandte sich vor Angst von ihm ab und begab sich sofort auf den Heimweg. Währenddessen murmelte er: „Ich werde in keiner deiner Fallen tappen.“
Doch die Furcht blieb. Zur Sicherheit schloss er sich in sein Heim ein. Er ließ sich nur das Nötigste bringen und versuchte jede Bewegung zu vermeiden. Es dauerte nicht lange, bis seine Paranoia vollständig Besitz von ihm ergriff. Mit den Worten: „Mich kriegst du nicht, mich kriegst du nicht. Ich trick’s dich aus, hehe. Ich komm dir zuvor“, schnitt er sich selbst die Kehle durch und schied dahin.

Der letzte Törichte ließ sich nicht so leicht beirren. Er hatte einen starken Geist und war weit entfernt von Furcht oder Verrücktheit. Katox ließ ihn sich eine Weile in Sicherheit wiegen, doch es dauerte nicht lange, da erschien er auch ihm. Er weckte ihn zu später Stunde.
„Was willst du Katox? Willst du mich jetzt doch noch holen?“
„Ich sagte bereits, dass werde ich nicht tun und ‚Katox lügt niemals‘. Was wären sonst meine Angebote wert? Doch jenes, was ich euch offerierte, hättet ihr nie wählen sollen.“
„Ach, lass mich schlafen. Du kannst mir nichts, erbärmlicher Gott.“
„Das meinst du. Doch sagte ich nur, ich werde keinen von euch persönlich holen.“
Der letzte Törichte sah ihn verwundert an: „Was willst du damit sagen?“
„Sieh nur, wie friedlich deine Frau hier schläft. Als würde alles gut werden.“
Katox hob seine Hand und mit einem Fingerschnippen schied die Frau des Törichten dahin.
„Was, das kannst du nicht tun!“, schrie der Törichte.
„Welch begrenzter Geist. Wie kann ich nicht tun, was bereits geschehen ist? Nun denn, wollen wir uns deinen Kindern widmen?“
Katox hob erneut die Hand.
„Nein, bitte nicht. Du hast gewonnen.“
„So?“, tat Katox erstaunt. Er senkte seine Hand.
„Du Monster, Scharlatan und Blender.“
„Wenn du mich nur beschimpfen willst, scheinst du ja noch nicht aufgegeben zu haben.“
Der Gott hob erneut seine Hand. Augenblicklich sprang der Törichte aus dem Fenster und fiel in die dunkle Tiefe der Nacht. Als er den Boden erreichte, schied er dahin.

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