Die Parabel von den zwei Wölfen

(Quelle unbekannt – etwas abgewandelt)

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee seinem Enkel eine Geschichte am Lagerfeuer:

„Es gibt zwei Wölfe, die vom Anbeginn der Zeit miteinander kämpfen.

Der eine ist dunkel, voller Zorn, Neid und Gier. Er schürt Schmerz, Vorurteile und Lügen.

Der andere ist hell, voller Güte, Mitgefühl und Liebe. Er lässt Freude, Großzügigkeit und Hoffnung erblühen.“

Da wunderte sich der Enkel: „Und wer von beiden gewinnt am Ende?“

Da antwortete der alte Cherokee: „Derjenige, den du fütterst.“

Olaf der Zauderer

Eine Satire über deutsche Politiker im Ukrainekrieg. Wenn es doch wirklich nur ein Fantasy-Rollenspiel wäre…

Es begab sich, dass die Stadt Ukrim von Popogoblins angegriffen wurde. Sogleich rief man nach der mutigsten Heldentruppe des Landes beziehungsweise jene, die gerade in der Nähe war. Diese wurde von Olaf dem großen Zauderer angeführt. Aufgrund früherer Erfahrungen mit ihm war man nicht besonders großer Hoffnung, doch es war die letzte noch vorhandene…

Als Olaf mit seiner Heldentruppe eintraf, belagerten die Popogoblins gerade die innere Stadt. Ringsum brannten Häuser und Bewohner flohen in Richtung Burg. Die Popogoblins trugen allesamt ein großes Z auf ihrer Brust, welches sie sich selbst eingeritzt haben mussten.
„Wahrscheinlich große Zorrofans“, dachte sich Olaf. Darauf konnte er jetzt jedoch keine Rücksicht nehmen. Er stellte sich den Goblins entgegen und sagte: „Wollt ihr wirklich die ganze Stadt zerstören? Lasst uns doch lieber zusammen etwas zaudern.“
Da schritt ein großer Goblin auf ihn zu und sagte: „Ne, das erlaubt uns unser Führer nicht. Irgendwer muss doch die ganzen Hakenkreuze hier von der Stadt tilgen und die Drogensüchtigen in der Burg ausräuchern. Macht ja sonst keiner.“

Der Ritter der Heldentruppe ritt zu hohem Pferde vor. Er ließ sein wallendes blondes Haar im Winde wehen und sprach entrüstet: „Jetzt ist aber Schluss mit dem Unfug! Wir müssen diesen armen Menschen helfen. Lasst uns die Gepard-Dreiereihe und die Marder der 1. Züchtung vom Typ 1A5 auf sie hetzen.“
„Nicht so schnell“, meinte der Zauderer. „Ihr wisst schon, dass sie eine A-Bombe besitzen und damit jederzeit unser ganzes Land in die Luft jagen könnten.“
Der große Popogoblin stimmte zu: „Genau… die haben wir nämlich… ehh… genau hier vergraben und wenn ihr euch uns in den Weg stellt, werden wie sie zünden. Das ist absolut und überhaupt kein Bluff.“

Daraufhin trat die starke Zimmerfrau der Heldentruppe vor. Ihr silbernes Haar blieb völlig unbeirrt obgleich des starken Windes. Mit einer ebenso standfesten Stimme sagte sie: „Das ist doch Unsinn. Das ergibt alles überhaupt keinen Sinn. Ich mach es euch einfach großer Zauderer…“
Und mit diesen Worten begann sie in Windeseile eine Palisade aufzubauen.
„Sie wollen sich verteidigen!“, schrien die Popogoblins erzürnt. „Jetzt ist es vorbei mit der Spezialoperation. Das bedeutet Krieg!“
„Jetzt helft uns doch, oh großer Zauderer“, flehten die Stadtbewohner.

Nun hatte auch die Orkin der Truppe, die sonst stets gelassen war, die Nase voll. Sie stellte ihr Bärenfell und ihre Ziegenhörner auf und sagte: „Natürlich werden wir euch die besten Zucht-Leoparden der 2. Generation bringen. Sie werden diese Popogoblins blutigst zurückschlagen. Schließlich sind wir mit ihnen im Krieg.“
„Nicht so schnell, Jungs und Mädels“, meinte der Zauderer „Das kann ich nicht zulassen. Erstens sind wir nicht im Krieg mit ihnen, sondern sie mit uns. Und zweitens vergesst ihr immer noch die A-Bombe. Über weitere Freilassungen von Wildtieren muss ich noch mehr nachzaudern.“
„Du hast jetzt schon ein ganzes Jahr lang gezaudert“, beschwerte sich die Orkin.
„Uuund…“, begann einer der Popogoblins. „Vergesst nicht unsere B- und C-Bombe…“

Anschließend trat ein zweiter Goblin mit einer großen Tafel dazu. Auf dieser wurde anschaulich dargestellt, wie schnell angeblich eine C-Bombe in der Nachbarstadt eintreffen könnte.
„Die Grafik sieht ja hübsch aus“, meinte Olaf.
„Ja“, antwortete der zweite Goblin. „Die haben wir mit OligArschenSoft gemacht. Die kann ich jedem wirklich nur empfehlen.“
„Seht ihr denn nicht, dass sie bloß mit unserer Angst spielen“, grätschte die starke Zimmerfrau dazwischen und hob die Hände in der Hoffnung, Gott würde Hirn regnen lassen.

Plötzlich rumpelte es von der Seite. Ein roter Wagen stoppte direkt zwischen den Helden und den Goblins. Darauf saß eine Frau mit dunklem Schopf. Ohne Umschweife mischte sie sich ein: „Ihr vergesst das Wichtigste. Nämlich, dass die Popogoblins provoziert worden sind.“
„Genau“, stimmten die Goblins zu. „Die ham uns ständig komisch angeschaut. Das macht uns voll aggressiv!“
Die Stadtbewohner entgegneten entrüstet: „Doch aber nur weil euer Popoanführer sich ständig mit nacktem Po und Oberkörper im TV zeigt, und dann auch noch unschuldige Pferde belästigt.“
Die Frau auf dem Wagen erwiderte: „Dann ist ja wohl klar, dass beide Seiten gleichermaßen Schuld sind. Ich würde also sagen, die Goblins brennen noch die Hälfte der Stadt nieder und dann gehen wieder alle friedlich dorthin, wo sie hergekommen sind.“
„Unerhört…“, beschwerten sich die Stadtbewohner. „Und als ob die Goblins dann einfach aufhören…“
„Naaa, bei solch Vorschlägen zaudert’s mir ebenso“, antwortete Olaf.

Ein weitere Geselle mittleren Alters kam vorbei. Er zückte eine große Lanze, rückte seinen Anzug und seine gut gekämmten Haare zurecht und unterbrach die Wagenführerin: „Ich muss sie da mal etwas fragen, wenn sie schon einmal hier sind…“
„Öh… ich muss weg“, meinte die Wagenführerin. „Der Führer wartet bereits auf seinen Knecht.“
Und damit fuhr sie eilends davon.
Daraufhin wandte sich der Mann mit Lanze den anderen zu. Er ließ gar niemanden erst zu Wort kommen und löcherte alle je mit der immer selben Frage.

Auf einmal sprang ein Beil aus Olafs Tasche.
„Heuja, jetzt wird doch endlich das Kriegsbeil ausgegraben“, meinte der Ritter.
„Nein, das ist nur mein gutes Schutz-Beil“, antwortete Olaf. Und schon begann die Klinge des Beils zu sprechen: „Also ich finde, Olaf hat recht, mit Zaudern ist noch jedem geholfen worden. Wenn wir jetzt Leoparden auf sie hetzen, verlängert das die Brandschatzung nur.“
Zur Unterstreichung des Arguments setzte sich Olaf mit seinem Beil auf den Boden. Auf diese Weise diskutierten und zauderten die Helden ewiglich. Und wenn sie nicht von den Popogoblins erschlagen wurden oder die weit entfernte Nachbarinsel keinerlei Wildtiere vom Typ M1 Abrams freiließ, so zaudern sie noch heute.

Hinweis: Alle Ähnlichkeiten mit echten Personen und Ereignissen sind ausdrücklich beabsichtigt. Personen werden hier freilich satirisch überspitzt dargestellt. Dies dient hauptsächlich der Unterhaltung und soll keinesfalls entsprechende Personen diskreditieren.


Das kleine Monster ohne Bestimmung

Es war einmal ein kleines Monster. Verzweifelt suchte es nach seiner Bestimmung. Jeden Tag fragte es sich: Warum ist es hier? Wieso ist es als Monster geboren worden? Und warum jagen es die Zwerglinge Tag und Nacht?
Eines Tages von einer Schar Zwerglingen verfolgt, verließen es die Kräfte. Seine Verfolger kamen immer näher und näher. Kurz bevor sie es eingeholt hatten, entdeckte es eine Höhle. Mit letzter Kraft rettete es sich ins Dunkle. Die Zwerglinge, Angst davor sich in der Dunkelheit zu verlaufen, ließen von dem Monster ab. War es also seine Bestimmung für ewig im Dunkeln zu hausen?

Doch es dauerte nicht lange, da erfanden die Zwerglinge das Feuer. Nun hatten sie keine Angst mehr vor den dunklen Höhlen. Tag und Nacht jagten sie das Monster.
Eines Tages von einer Schar Zwerglingen verfolgt, verließen es die Kräfte. Trotz der weit verzweigten Höhlen und den engen, rutschigen Passagen kamen seine Verfolger immer näher und näher. Diesmal gab es kein Entrinnen. Die Zwerglinge schlugen auf das arme Monster ein. Aber ihre schwachen Waffen konnten seine Haut nicht durchdringen. Vor lauter Furcht flohen die Zwerglinge, so schnell sie konnten. War es also seine Bestimmung furchtlos zu leben?

Lange lebte das Monster ohne Angst. Doch auch dies sollte sich ändern. Es kam der Tag, da entwickelten die Zwerglinge tödliche Waffen. Diese vermochten selbst die Haut des Monsters zu durchdringen. Tag und Nacht jagten sie das Monster.
Eines Tages von einer Schar Zwerglingen verfolgt, verließen es die Kräfte. Seine Verfolger kamen immer näher und näher. Diesmal gab es kein Entrinnen. Die Zwerglinge schlugen auf das arme Monster ein und verletzten es fürchterlich. Angst ließ es erzittern: Musste es jetzt sterben, ohne je seine Bestimmung erfahren zu haben? Doch noch größer als seine Angst blitzte plötzlich Wut in ihm auf. Drum riss es seinen Schlund unvorstellbar weit auf und verschlang mit einem Mal ein halbes Dutzend der Angreifer. Vor lauter Furcht flohen die restlichen Zwerglinge Hals über Kopf.
Und so fand das kleine Monster seine Bestimmung als Monster.

In manchen Abhandlungen der Zwerglinge wird die Geschichte um eine Zeile erweitert, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Wahrscheinlich wurde sie nach Zargons Heldentaten hinzugefügt:

Dann kam Zargon und erschlug das Monster. Denn seine wahre Bestimmung war der Tod.

Der Feind in meinem Kopf

Erwartungsvoll liege ich im Schützengraben
Hab mein Gewissen längst erschlagen
Meine Gier nach Blut ist unermesslich
Mein Herz rast ganz fürchterlich

Ich nehme den ersten Feind ins Visier
Freude macht sich breit in mir
Aus meinem Todeswunsch mache ich keinen Hehl
Warte nur auf meinen Befehl

Doch was müssen meine Augen da erblicken
Der Feind lässt einen Boten zu uns schicken
Wie ein startendes Shuttle
prescht er in eilem Galopp auf mich zu
Hastig springt er aus dem Sattel,
verliert dabei sogar einen Schuh

Erschöpft macht er vor mir Halt
Mein Herz sich zusammenballt,
wie getroffen von einem Schuss,
als ich entdecken muss,
was er mir entgegenstreckt,
was wie eine Niederlage schmeckt

Einen weißen Umschlag hält er in der Hand
Einen Friedensvertrag, für mich ein tödliches Band,
welches nicht geschlossen werden darf
Wie unter einem Bann
mache ich meine Waffe scharf
Ein Donner kündet Unheil an

Ein Blitz durchzuckt den Boten schnell
Für einen Augenblick wird alles hell
Nächst fällt er auf die Knie
Ich heb mein Gewehr und schlag ihn nieder,
als wäre er wertloses Vieh
Mein Körper füllt sich mit Wärme wie unter Fieber

Die Spannung hat sich sogleich gelöst
Zudem hatten wir unsere wahre Absicht entblößt
Niemand hörte mehr auf Worte
Sie war geöffnet, die Höllenpforte

Begeistert stürm ich in den nächsten Graben
Grinsend kann ich mich daran erlaben,
wie der Feind zu fliehen versucht,
wie er schreiend Gottes Gnade ersucht
Dabei spiel ich den wahren Richter hier,
denke ich zumindest mir

So schnell ich rennen kann,
eile ich voller Stolz voran
Als Erster erreiche ich die feindlichen Gräben
Vergesse ganz mein eigenes Leben
Ein zweiter Blitz erhellt das Feld
Erst jetzt erkenn ich meine innere Welt
Aus dem Nichts erscheint ein Feind vor mir
Nur ich war nach vorn gestürmt, es gab kein wir

Der Mann hebt sein Gewehr
Seine Augen vor Rache ganz kalt und leer
Mit einem tödlichen Schuss
richtet er über meine böswillige Tat
Wusste ich doch, dass es in einem Blutbad
und in nichts anderem enden muss