Noch vor ein paar Wochen träumte die CDU vom Regieren…

Noch vor ein paar Wochen träumte die CDU vom Regieren…

„Ist es nicht erst dann perfekt, wenn es nicht komplett perfekt ist? Oder beruhigen sich so nur die Unbegabten?“, grübelte der alte Mann an seinem Schreibtisch und strich sich gedankenversunken durch seinen grauen Bart. Überall lagen Papierschnipsel mit unfertigen Texten verstreut. Mit einem Mal schlug die Haustür auf und eine ältere Dame betrat die Hütte.
„Ach, hier treibst du dich also die ganze Zeit herum“, begrüßte sie ihn forsch.
„Du kommst gerade ungelegen. Ich hab viel zu viel zu tun“, antwortete er, ohne sich umzudrehen.
„Ich hab dich draußen schon ewig nicht mehr gesehen“, meinte sie und näherte sich dem Schreibtisch. Argwöhnisch beäugte sie den überfüllten Arbeitsplatz und fragte: „Was ist denn so wichtig, dass du nicht einmal mehr deine alte Freundin besuchen kommst?“
Er blickte zu ihr auf und sagte: „Ich habe beschlossen, die perfekte Geschichte zu schreiben.“
„Ist das dein ernst? Nimmst du dir da nicht etwas zu viel vor?“, meinte sie belustigt.
„Zweifelst du etwa an meinen Fähigkeiten?“, fragte er streng.
„Oh nein, das nicht. Aber kann es überhaupt etwas Perfektes geben? Treten dabei nicht unweigerlich Paradoxien auf?“
„Das gilt es zu widerlegen. Und ich bin bereit, mich dieser Herausforderung zu stellen.“
„Na dann wünsch ich dir viel Glück dabei. Übertreib es bloß nicht“, sagte sie.
„Ja ja“, meinte er. „Keine Sorge, ich lass mich bald mal wieder sehen. Bis dahin.“
„Na gut, alter Griesgram“, sagte sie und verließ die Hütte wieder.
Doch wie sie bereits geahnt hatte, ließ er sich nicht blicken. Viel lieber schlug er sich unzählige Nächte um die Ohren, um weiter an seiner perfekten Geschichte zu arbeiten. Einige Wochen später, als sie des Wartens müde geworden war, kam die ältere Dame wieder vorbei.
„Hab ich mir’s doch gedacht, dass du dich nicht blicken lässt“, begrüßte sie ihn. Er antwortete nicht. Sie schaute zum Schreibtisch hinüber und entdeckte ihn mit dem Kopf, in seinen Armen eingebettet, auf dem Tisch liegen.
„Hat er sich wohl doch mal etwas Ruhe gegönnt?“, fragte sie sich.
Während sie noch überlegte, ob sie ihn wecken sollte, sagte plötzlich eine Stimme: „Ich hab schon mehr als die Hälfte geschafft.“
Sie fasste sich vor Schreck an die Brust.
„Meine Güte hast du mich erschrocken. Ich dachte, du schläfst.“
Er hob seinen Kopf und begann: „Seit wann…“
„Egal… arbeitest du wirklich immer noch an diesem perfekten Geschreibsel?“, fragte sie.
„Jaha, und es fehlt gar nicht mehr viel“, antwortete er. Sie schaute ihn skeptisch an und meinte: „Du kennst aber schon das Paretoprinzip? Dass 80% der Arbeit leicht von der Hand gehen und 20% der Arbeit 80% Aufwand mit sich bringen?“
„Natürlich, ich hab das schließlich erfunden“, sagte er und lachte.
„Ahja, dann schon mal danke dafür. Das ist nämlich echt nervig“, beschwerte sie sich. Daraufhin meinte er: „Alles hat seinen Platz und seine Berechtigung. Wenn es nicht so wäre, wie es ist, wäre es doch ganz schön unterkomplex und wahnsinnig langweilig.“
„Gerade deshalb solltest du am besten wissen, dass nicht immer alles perfekt sein muss“, konterte sie. Der Alte stand auf und machte eine ausladende Geste.
„Unperfektes gibt es wie Sterne im Universum. Wenn du etwas schaffen willst, das aus all dem heraussticht, muss es heller erstrahlen als der hellste Stern.“
Sie winkte ab und meinte: „Na Hauptsache du wirst irgendwann fertig.“
„Du wirst schon sehen. Es wird selbst dir die Sprache verschlagen“, sagte er und lächelte verschmitzt.
„Solange danach wieder alles wie immer wird, soll’s mir recht sein“, meinte sie und verdrehte die Augen.
Viele Wochen später bekam er erneut Besuch von seiner alten Freundin. Diesmal betrat sie die Hütte jedoch in einer erschütterten Eile, als wäre sie vor dem Teufel höchstpersönlich auf der Flucht.
„Sie kommen, sie kommen! Die Engel kommen!“, rief sie. Der Alte saß wie üblich an seinem Schreibtisch. Er drehte sich zu ihr und fragte ungläubig: „Die Dunklen? Die kommen doch sonst nur alle zehn Brahma-Jahre.“
Sie zeigte nach draußen und fragte: „Und, willst du sie nicht sehen?“
„Nein, ich hab Besseres zu tun. Ich bin nämlich kurz davor, mein Werk zu vollenden.“
„Aber, die Engel… die kannst du dir doch nicht entgehen lassen.“
„Beim nächsten Mal, mit Sicherheit“, sagte er und wandte sich ab.
Plötzlich klopfte es. Ein Engel mit dunklen Flügeln stand in der offenen Tür. Der Alte sprang erschrocken auf. Seine Freundin wich ehrfürchtig zur Wand zurück.
„Was wollt ihr hier?“, fragte der Alte harsch. Der Engel betrat die Hütte und antwortete: „Mein Herr, wir sind gekommen, um Sie abzuholen. Um Sie ins nächste Reich zu führen.“
„Das… das kann nicht sein. Ich bin hier noch nicht fertig“, sagte er entsetzt. Der Engel fuhr fort: „Es tut mir leid, doch so ist es. Und Sie werden…“
Da bäumte sich der Alte auf und schrie mit einer gottgleichen, bodenerzitternden Stimme: „ICH LASS MIR GAR NICHTS BEFEHLEN! ICH BIN SCHLIEẞLICH DAS ALPHA UND OMEGA!“
„Mein Herr, dessen sind wir uns bewusst. Doch jedes Wesen unterliegt Samsara – dem natürlichen Lauf des Wandels; auch Ihr“, versuchte ihn der Engel zu beschwichtigen.
„Ich…“, begann er.
„Ihr, der Ihr doch nahezu allwissend seid, seid Euch dem sicher bewusst“, fügte der Engel hinzu.
„Ja aber… aber ich bin noch nicht fertig“, sagte der Alte mit zittriger Stimme.
„Daran können wir nichts ändern. Dies lag stets nur in Eurer Hand.“
„Aber, es fehlt nicht mehr viel. Ich brauche nur etwas mehr Zeit“, versuchte er zu verhandeln.
„Als könnten wir den Fluss der Zeit verändern. Dies obliegt allein Samsara“, erwiderte der Engel.
„Wenn ich sie nicht fertigstelle, dann…“, begann der Alte und schaute zu seiner alten Freundin. Sie schaute traurig zurück und sagte: „Es tut mir leid, aber du weißt, ich bin nicht für deine Sphären verantwortlich.“
„Es ist Zeit. Kommt, mein Herr“, sagte der Engel und streckte ihm die Hand entgegen. Der Alte zögerte.
„Dann kann ich nur beten, dass es sich von selbst zum Guten vollendet.“
Er faltete seine Hände zusammen und schloss kurz die Augen. Eine Träne huschte über sein Gesicht.
„Nun gut, meine alte Freundin. Auf kein so baldiges Wiedersehen“, sagte er und nahm die Hand des Engels. Augenblicklich transzendierte der Engel mitsamt dem Alten in einem hellen Lichtblitz davon.
Jeder, den Du kennst, kämpft in einer Schlacht, von der Du nichts weißt. Sei nett. Immer.
John Watson alias Ian Maclaren (1850 – 1907) – Autor und Priester
Heute Demos wegen Unwetter abbrechen müssen und morgen…

Leider so Realität.

Es war einmal in einer weit entfernten Zeit. Man hatte es geschafft, alle Krankheiten zu heilen. Ebenfalls musste niemand mehr aufgrund des Alters sterben. Es begab sich nun, dass sich vier Törichte trafen und über die alten Götter diskutierten.
„Ja, dem kann ich nur beipflichten. Den Gott des Todes haben wir endlich besiegt“, sagte einer.
„Ja welch ein überflüssiger Tropf“, sagte ein anderer.
„Genau, der soll nur kommen, als könnte der uns was.“
Mit diesen Worten ausgesprochen, erschien Katox vor ihnen – der Gott des Todes und der Krankheit. Keiner wich vor ihm zurück. Der erste Törichte maß sich an: „Verschwinde Armseliger. Hier hast du nichts mehr zu suchen.“
„Ist das so?“, lachte Katox. Und mit einem Fingerschnippen schied der erste Törichte dahin. „Mögest du für tausend Jahre auf Erden wandeln, Ungläubiger.“
Die restlichen drei, nun sichtlich eingeschüchtert, baten ihn um Verzeihung.
„Nun, ich bin heute in guter Stimmung. Entweder hole ich euch gleich oder ihr nehmt mein spezielles Angebot an. Fairerweise werde ich es euch näher erläutern. Ich verspreche euch, ich werde euch nicht persönlich holen. Solltet ihr jedoch aus einem anderen Grund dahinscheiden, müsst ihr danach so viel Jahre auf Erden wandeln, wie ihr lebend hier verbracht habt, bevor ihr ins Reich der Toten einkehren dürft.“
Ohne zu zögern, nahmen alle drei das Angebot an.
„Dann auf ein baldiges Wiedersehen, denn dies kann ich euch versichern“, sagte Katox und verschwand.
„Was kann uns jetzt noch geschehen? Das war eine gute Wahl, meine Freunde. Wir können nicht durch Krankheit oder Alter sterben und jetzt kann uns selbst Katox nicht mehr mit seinem Finger töten“, meinte der zweite Törichte. Die anderen pflichteten ihm bei.
„Trotzdem sollten wir Vorsicht walten lassen. Jene die Katox unterschätzen, verlieren schließlich immer“, gab der dritte Törichte zum Besten. Daraufhin trennten sie sich und gingen wieder ihrem gewöhnlichen Alltag nach.
Eines Tages war der zweite Törichte gerade mit seinem fliegenden Vehikel unterwegs. Da erschien plötzlich Katox vor ihm. Der Törichte erschrak fürchterlich, wodurch er die Kontrolle über sein Flugvehikel verlor. Mit einem heftigen Knall stürzte er gegen einen Berg und schied augenblicklich dahin.
Kurz darauf erschien Katox dem dritten Törichten auf dem Markt. Dieser wandte sich vor Angst von ihm ab und begab sich sofort auf den Heimweg. Währenddessen murmelte er: „Ich werde in keiner deiner Fallen tappen.“
Doch die Furcht blieb. Zur Sicherheit schloss er sich in sein Heim ein. Er ließ sich nur das Nötigste bringen und versuchte jede Bewegung zu vermeiden. Es dauerte nicht lange, bis seine Paranoia vollständig Besitz von ihm ergriff. Mit den Worten: „Mich kriegst du nicht, mich kriegst du nicht. Ich trick’s dich aus, hehe. Ich komm dir zuvor“, schnitt er sich selbst die Kehle durch und schied dahin.
Der letzte Törichte ließ sich nicht so leicht beirren. Er hatte einen starken Geist und war weit entfernt von Furcht oder Verrücktheit. Katox ließ ihn sich eine Weile in Sicherheit wiegen, doch es dauerte nicht lange, da erschien er auch ihm. Er weckte ihn zu später Stunde.
„Was willst du Katox? Willst du mich jetzt doch noch holen?“
„Ich sagte bereits, dass werde ich nicht tun und ‚Katox lügt niemals‘. Was wären sonst meine Angebote wert? Doch jenes, was ich euch offerierte, hättet ihr nie wählen sollen.“
„Ach, lass mich schlafen. Du kannst mir nichts, erbärmlicher Gott.“
„Das meinst du. Doch sagte ich nur, ich werde keinen von euch persönlich holen.“
Der letzte Törichte sah ihn verwundert an: „Was willst du damit sagen?“
„Sieh nur, wie friedlich deine Frau hier schläft. Als würde alles gut werden.“
Katox hob seine Hand und mit einem Fingerschnippen schied die Frau des Törichten dahin.
„Was, das kannst du nicht tun!“, schrie der Törichte.
„Welch begrenzter Geist. Wie kann ich nicht tun, was bereits geschehen ist? Nun denn, wollen wir uns deinen Kindern widmen?“
Katox hob erneut die Hand.
„Nein, bitte nicht. Du hast gewonnen.“
„So?“, tat Katox erstaunt. Er senkte seine Hand.
„Du Monster, Scharlatan und Blender.“
„Wenn du mich nur beschimpfen willst, scheinst du ja noch nicht aufgegeben zu haben.“
Der Gott hob erneut seine Hand. Augenblicklich sprang der Törichte aus dem Fenster und fiel in die dunkle Tiefe der Nacht. Als er den Boden erreichte, schied er dahin.
Farbenfrohe Sondierungen…

Regierung hinterfragt…

Noch einmal der Wahlkampf zusammengefasst…

Wenn man Angst vor Veränderung hat…
